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Robothorium: Review

Vor kurzem ist Robothorium, der Cyberpunk Dungeon-Crawler von GoblinzStudio erschienen. Was das Spiel ist und ob es was taugt erfahrt ihr hier.

Beschreibung

Robothorium ist ein rundenbasierter Dungeon-Crawler in einer Cyberpunk Welt. Entwickelt wurde das Spiel  vom französischen Entwicklerstudio GoblinzStudio und kostet im Nintendo eShop 14,99€.

Story

In der futuristischen Cyberpunk Welt von Robothorium werden die von den Menschen erbauten Roboter versklavt. Deswegen fangen sie an zu demonstrieren, um auf ihre Rechte als Teil der Bevölkerung zu bestehen. Die Menschen antworten darauf natürlich mit Gewalt und ein Bürgerkrieg bricht aus, in dem viele verschiedene Fraktionen ihre eigenen Interessen verfolgen. Dabei schlüpft ihr in die Rolle der künstlichen Intelligenz S.A.I.A. Ihr steuert die Roboter und bekämpft die Menschen um die Freiheit der Roboter zu gewinnen.

Die Story wird durch Text-Dialoge zwischen den Fraktionsvorsitzenden erzählt. Die Dialoge sind größtenteils sehr vorhersehbar und die Charaktere verlassen niemals ihre festen Rollen. Das erfüllt zwar irgendwie seinen Zweck, aber mehr halt auch nicht. Die Story wird je nachdem wie man im Spiel vorgeht verändert, weswegen diese Art der Erzählweise die wahrscheinlich unaufwendigste bzw. zeitsparendste Option war (das sollte man dem Entwicklerstudio allerdings nicht zur Last legen, da gerade bei Indie-Entwicklern die Finanzierung ein riesen Problem darstellt). Ein weiteres Problem ist, dass man von Anfang an mit so vielen Namen und Begriffen zugeballert wird, dass man sehr lange braucht um in die Story reinzufinden. Bei einem zweiten Spieldurchlauf sollte das dann aber kein Problem mehr sein, da man sich dann ja bereits in der Materie befindet. Nur muss man halt logischerweise für einen zweiten Durchlauf bereits einen ersten Durchlauf hinter sich haben. Die schnelle Erzählweise und die unterschiedlichen Storyverläufe erhöhen glücklicherweise im Gegenzug den Wiederspielwert.

Erwähnenswert ist noch die gute Deutsche Übersetzung. Das ist gerade bei Indie-Spielen nicht selbstverständlich.

Gameplay

Es gibt drei Schwierigkeitsgrade. Während man im einfachsten Schwierigkeitsgrad kaum Probleme bekommen sollte, hat man es im höchsten Schwierigkeitsgrad mit bockschweren Gegnern und Permadeath zu tun. Nach einem Introvideo kann man sich ein vorläufiges Team aus Robotern mit individuellen Fähigkeiten und Boni zusammenstellen, die jeweils eine Klasse repräsentieren. Man wählt drei von sechs zur Auswahl stehenden Robotern aus, wobei diese nicht bei jedem Spielstart die gleichen sind. Wenn man das geschafft hat, gerät man ins erste Tutorial, bei dem man direkt mit viel zu vielen, und dabei mit viel zu wenig wichtigen, Informationen überschüttet wird. Da die ersten Missionen aber sehr leicht sind, kann man sich in das Spiel mit der Zeit auch allein hineinfuchsen. In den Missionen bewegt man sich durch prozedural generierte Dungeons. Dabei gerät man fast immer in eine von zwei Situationen:

Situation 1: Man muss eine Entscheidung treffen. Zum Beispiel trifft man auf eine Kamera. Man hat nun die Wahl ob man diese deaktiviert, zerstört oder hackt. Jede Auswahlmöglichkeit hat unterschiedliche Erfolgschancen, die von mehreren Faktoren abhängt. Je nach Erfolg oder Misserfolg erhält man Belohnungen, Buffs, Debuffs, Geheimräume oder ähnliche Ereignisse. Außerdem trifft man manchmal auf Demonstranten, Arbeiter oder Ähnliches. Dann muss man entscheiden wie man mit ihnen umgeht, ob man sie tötet, festnimmt, einschüchtert, gehen lässt, beeinflusst und, und, und… Diese Entscheidungen haben Einfluss auf das Ansehen bei den verschiedenen Fraktionen und der Story. Dazu jedoch später mehr.

Situation 2: Man gerät in einen Kampf. Die Kämpfe sind rundenbasiert. Die Kampfteilnehmer haben alle individuelle Werte, (z.B. Tempo, Angriff, Schadensreduktion, Leben, Kritische Trefferrate, Schild etc.) Standard- und Spezialangriffe. Wenn man einen Spezialangriff einsetzt fängt der Roboter, je nach Stärke des Angriffes, stark oder weniger stark an zu überhitzen. Bei Einsatz eines Standardangriffes kühlt dieser wieder ab. Später schaltet man sogar sehr mächtige „Superangriffe“ frei.

Die Kämpfe sind anfangs sehr simpel gestaltet, nehmen mit laufendem Fortschritt jedoch an taktischen Elementen zu. Das liegt einerseits daran, dass die einzelnen Roboter eigene Klassen repräsentieren, andererseits aber auch an der enorm hohen Zahl von Buffs und Debuffs. Nach jedem Kampf, genau wie nach jeder Mission erhält man Loot und XP, mit denen die Roboter im Level aufsteigen können. Wenn das der Fall ist, erhält man Skillpunkte mit denen man seine Roboter spezialisieren kann. Während der Storymissionen kommt es ab und zu auch vor, dass man gegen Bossgegner kämpft. Diese sind in der Regel recht unterhaltsam zum bekämpfen und gut gestaltet. Die Standard-Gegner sind zwar auch recht gut gestaltet, allerdings fehlt ihnen trotz großer Unterschiede der Wiedererkennungswert.

Es gibt drei Arten von Missionen, die auf der Overworld, bzw. Karte ausgewählt werden können. Diese besitzen alle das oben beschriebene Gameplay. Es gibt Storymissionen, die immer von Textdialogen begleitet werden, die einem erläutern warum man tut was man tut, und gelegentlich auch was das für Auswirkungen auf die Story hat. Dann gibt es Nebenmissionen, die zum looten und aufleveln da sind. Und außerdem zeitlich begrenzte Eventmissionen, die ebenfalls zum looten und aufleveln da sind.

Neben dem Kämpfen und Entscheiden ist aber auch das Looten bzw. Verstärken durch Ausrüstung und Craften ein wichtiger Bestandteil des Spiels. Und hier kommen die Probleme: Das erste Problem ist, dass es im Ausrüstungsmenü keine Untermenüs gibt, weswegen dieses (vor allem im Handheld-Modus) unübersichtlich ist. Außerdem sind einige Zahlen (ohne zu übertreiben) im Handheld-Modus der Switch fast unleserlich klein. Das Spiel unterstützt den Touchscreen, zum Glück, denn nur mit Controller lässt sich jedes Menü dieses Spieles nicht brauchbar steuern. Außerdem läuft das Spiel im Menü nicht flüssig, da fast jede Handlung (wenn auch nur sehr kurze) Ladezeiten verursacht. Die Ausrüstungsteile und Werkstoffe, die man während des Spiels findet, werden immer alle auf einmal angezeigt, auch wenn sie der ausgewählte Roboter nicht benutzen kann. Sie werden dann nur ausgegraut, sind aber trotzdem an ihrem normalen Platz, weswegen man immer an ihnen vorbei scrollen muss. Zusätzlich dazu sehen sie alle sehr sehr ähnlich aus. Wenn man dann mal ein Ausrüstungsteil ausrüsten will, kann man zwar dessen Boni sehen, aber nicht die des Ausrüstungsteils, dass man gerade trägt. Dafür muss man sich dann erst zum anderen Ende des Menüs durchkämpfen. Oder man rüstet einfach ein anderes Teil aus und guckt dann nach, da es sich dann wieder im Inventar befindet. Jedoch muss man beachten, dass man wenn man ein Teil ausrüstet, jedes Mal wieder zum ersten Ausrüstungsteil des Inventars teleportiert wird, auch wenn man gerade ganz am Ende beschäftigt war. Man muss also dann wieder zurück scrollen. Und gnade dir Gott, wenn du bis dahin vergessen hast, welches Ausrüstungsteil, das den gleichen Sprite und die fast gleichen Werten besessen hat, du eben noch ausgerüstet hattest. Denn das passiert häufiger, da es sieben verschiedene Werte gibt, die teilweise sehr ähnliche Sprites haben. Das kann man dann mit sechs verschiedenen Ausrüstungsarten bei jeweils fünf Robotern machen. Da kommt Freude auf kann ich nur sagen. Das ist wirklich das erste mal in einem Spiel gewesen, dass ich mich davor gedrückt habe, meine Ausrüstung zu benutzen.

Desweiteren gibt es den Hangar, hier kann man neue Roboter kaufen und seine alten reparieren lassen. Das funktioniert tatsächlich sogar ohne Probleme.

Außerdem ist da der Schwarzmarkt. Dieser ist euer bester Freund, denn hier kann man sein Inventar entmüllen und bekommt sogar noch Geld dafür. Außerdem kann man hier Ausrüstungsgegenstände kaufen. Das will man aber nicht, weil man sein Inventar ja gerade so schön aufgeräumt hat und man genug Gegenstände in den Missionen findet.

Zu guter letzt gibt es noch die Werkstatt. Hier kann man aus seinen gesammelten Werkstoffen Ausrüstungsteile herstellen. Das funktioniert auch erstaunlich gut und ist recht übersichtlich.

Als letztes Spielelement gibt es noch die bereits erwähnten Fraktionen. Je nachdem wie man sich im Spiel verhält, steigt oder sinkt man im Ansehen der einzelnen Fraktionen. Ab einem bestimmten Ansehen erhält man permanente Boni wie zum Beispiel erhöhte Erfolgschancen oder einen verbesserten Schwarzmarkt.

Sound und Grafik

Beim Sound kann man nicht meckern. Die Musik fällt weder negativ noch positiv wirklich auf. Sie ist auf jeden Fall stimmig mit dem futuristischen Setting des Spiels.

Die Grafik ist natürlich Geschmackssache. Allgemein kann man jedoch sagen, dass man sie nicht wirklich schlecht finden kann meiner Meinung nach, da sie halt so gewollt ist wie sie ist. Sie wird aber auch niemanden vom Hocker reißen.

Fazit

Ich muss gestehen, dass ich bei diesem Spiel sehr zwiegespalten bin. Einerseits macht es einige Sachen richtig, wie zum Beispiel das eigentliche Kampfsystem und die Storyveränderung durch die verschiedenen Fraktionen bzw. das Treffen von Entscheidungen. Im Gegensatz dazu gibt es wenig dass im qualitativen Mittelfeld verweilt, während ein großer Teil komplett in die Hose gegangen ist. Wie zum Beispiel die Ausrüstung. Man merkt an vielen Teilen des Spiels, vor allem in den Menüs, dass das Spiel für PC ausgelegt ist. An dem Spiel wird allerdings noch gearbeitet, weswegen ich bei Robothorium positiv in die Zukunft schaue. Genrefans werden denke ich auch jetzt schon ihren Spaß an diesem Spiel haben. An dieser Stelle möchte ich mich dann auch nochmal bei GoblinzStudio dafür bedanken, dass sie uns das Spiel für dieses Review zur Verfügung gestellt haben.

Zusammenfassung
Direkt vorne weg: Genrefans werden garantiert ihren Spaß mit diesem Spiel haben. Es erfindet das Rad zwar nicht neu, muss es aber auch nicht, da es sich auch so genug von der Masse abhebt. Anderen Leuten würde ich dieses Spiel vorerst nicht empfehlen. Im Sale kann man darüber allerdings nachdenken. Man darf aber auch nicht vergessen, dass an dem Spiel noch weitergearbeitet wird. Man kann also gespannt sein. Es handelt sich hier also um ein eher mittel gutes Spiel, dass zumindest für Genrefans eine Option darstellen sollte und in Zukunft vielleicht auch für Andere.
Positives
  • Das Kampfsystem
  • hoher Wiederspielwert
  • die Fraktionen
Negatives
  • Alles was mit dem Menü zu tun hat
  • die Steuerung
  • Sehr eintönige Ausrüstungsteile
6.7
In Ordnung
Spielspaß - 6
Grafik - 7
Sound - 7
Steuerung - 5
Handlung und Charaktere - 8
Tristan Gudenrath
Geschrieben von
Tristan Gudenrath

Redakteur NintenDojo

Hey ich bin Tristan und Videospiele sind schon seit ich denken kann mein Hobby. Auch wenn ich nicht nur auf Nintendo-Konsolen unterwegs bin, ist Nintendo für mich irgendwie eine Herzensanglegenheit.

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