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Pang Adventures Review

„Pang Adventures“ ist das Reboot der ehemals von „Mitchell“ entwickelten Pang Spiele. Die Entwickler von Pang Adventures „DotEmu“ haben mit „Wonder Boy: The Dragon‘s Trap“ bereits bewiesen, das sie durchaus in der Lage sind, vergangene Spiele Reihen zeitgemäß wiederzubeleben. Aber wie gut ist es ihnen bei Pang Adventures gelungen?

Über die Pang Reihe

Das erste Pang Spiel erschien im Jahre 1989 als Acade. Später folgten Portierungen für den Amiga, C64, Atari ST, den Gameboy und weiteren Plattformen. 1990 erschien bereits der erste Nachfolger „Super Pang“, welcher ebenfalls als Arcade aber auch für NES und SNES erschien. 1995 erschien der dritte und letzte von Mitchell entwickelte Teil, welcher vorerst exklusiv als Arcade erschien und später zusammen mit den beiden Vorgängern als Collection für die „PS One“ veröffentlicht wurde. Der vorerst letzte Ableger der Serie war „Mighty! Pang“, das von Capcom entwickelt wurde und ebenfalls nur als Arcade erschien. 16 Jahre später, im Jahr 2016 veröffentlichte DotEmu das Reboot der Pang Serie: Pang Adventures. Pang Adventures erschien bereits für PC, Android, Apple, XBOX One, PS4 und nun am 03.01.2019 auch für die Nintendo Switch.

Beschreibung

Bei Pang Adventures handelt es sich um ein Reboot der Pang-Reihe. Die Entwickler DotEmu sind mit Wonder Boy: The Dragon‘s Trap für das durchaus gelungene Reboot der Wonder Boy Reihe verantwortlich. Bei Pang Adventures ist es deine Aufgabe, mit der dir gegebenen Ausrüstung, Bälle zum platzen zu bringen ohne dabei von ihnen getroffen zu werden. Das Spiel umfasst 99 Level, sowie drei Modi: Den Tourmodus, den Punkte Modus sowie den Bonus Modus. Es handelt sich hierbei um ein Arcade Shoot‘em Up / Puzzle Game. Der Preis liegt bei 9,99€.

Story

Die Erde wird „schon wieder“ von Aliens angegriffen, die sie mit Alien-Bällen abwerfen. Die einzige Hoffnung sind die Pang-Brüder.

Was jetzt wie eine Zusammenfassung klang, war in Wirklichkeit jegliche Information über die Story, welche man durch das Introvideo der Kampagne erhält. Dieses Introvideo ist mir jedoch sehr stark im Gedächtnis geblieben: denn es war überraschend gut. Es ist wie ein Comic mit sich bewegenden Elementen, Soundeffekten und einer Priese Humor, vergleichbar mit den Cutscenes aus den „Wario Ware“-Spielen. Und obwohl eine Story vollkommen unnötig für ein Spiel dieser Art ist, finde ich es schön, dass sie sich die Mühe gemacht haben dieses Introvideo zu produzieren. Das Inhaltlich nicht viel aus der Handlung herauszuholen ist, war den Entwicklern offensichtlich klar, weswegen sie es gar nicht erst versucht haben und bei insgesamt zwei Videos belassen haben. Das schadet dem Spiel jedoch keineswegs. Der Sound des Spiels ist grundsätzlich passend. Die Musik im Hauptmenü und der 2. Welt ist auffallend gut. Sonst fällt sie allerdings kaum auf, auch wenn sie thematisch auf die Welten abgestimmt ist.

Spielsystem

Man spielt einen der beiden Pang-Brüder und die Aufgabe ist es, alle Alien-Bälle zu zerstören ohne dabei von ihnen getroffen zu werden. Dabei schießt man mit einer Harpune von unten auf die gegebenenfalls über einem schwebenden Alien-Bälle, die dann platzen und sich in zwei kleinere Bälle teilen. Irgendwann sind die Bälle so klein, dass sie nur platzen und dann weg sind. Allerdings gibt es nicht nur eine Sorte von Alien-Bällen. Die Variationen reichen von einfachen roten Bällen, die wie beim Sackhüpfen auf dem Boden aufkommen und ein Stück wieder hochspringen, über Bälle, die Nebel freisetzen sobald sie getroffen wurden, der für kurze Zeit einen Teil der Sicht versperrt, zu Bällen, die einen Blitz abfeuern, sobald sie mit der Harpune in Berührung kommen. Meine Favoriten sind jedoch die Bälle, die bei einem Treffer einen Countdown starten und dann, je nachdem wie hoch die darauf abgebildete Zahl, nach einiger Zeit explodieren und andere Bälle zum platzen bringen. Die eben genannten Bälle sind allerdings nur ein Bruchteil der Variationen. Wo es viele Gegner gibt, gibt es aber auch viele Waffen, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Neben der Harpune gibt es auch eine Doppelharpune (Doppelpiekser), Projektilwaffen, die deutlich schneller sind als die Harpune, und Spezialwaffen wie z.B. den Flammenwerfer und die Laserpistole die sowieso ganz anders zu handhaben sind. Außerdem gibt es noch Items: Den Schild, der einen Treffer abblockt, und die Stoppuhr, die für kurze Zeit die Gegner einfrieren lässt. Des weiteren gibt es auch kleine Tiere, die manchmal unterstützend, aber meist eher schadend sind. Doch eines haben sie alle gemeinsam: Sie können einen nicht töten, schlimmstenfalls stunnen. Da es sich ja aber um ein Arcade-Spiel handelt, darf eine Sache natürlich nicht fehlen: Combos, die auf verschiedenste Art und Weise durchgeführt werden können. Außerdem gibt es kleine Goodies zum aufsammeln, die Extrapunkte geben. Diese sind sehr zahlreich und haben viele verschiedene Sprites die sich meist dem Thema des Spielhintergrundes anpassen. Zum Beispiel verschiedene Obstsorten auf der tropischen Insel. Die Steuerung könnte dabei simpler nicht sein: Mit den linken Analogstick bzw. Steuerkreuz läuft man, mit dem X-Knopf macht man einen Quickrestart und mit jedem anderen Knopf kann man schießen.

Der Tourmodus

Der Tourmodus ist im Grunde stellvertretend für die Kampagne. Außerdem ist er als einziger Modus von Anfang an verfügbar. Beim Tourmodus kämpft man sich durch vorgefertigte Level und hat ein Zeitlimit. Wenn man das Level nicht in der vorgegebenen Zeit schafft, dann hat man verloren. Falls man es doch schafft, dann wird einem die restliche Zeit mit Bonuspunkten vergütet. Wenn man keinen Fehlschuss hat, dann bekommt man ebenfalls Bonuspunkte.

Über die Weltkarte verteilt gibt es 6 Welten mit jeweils 15 Leveln und einem Bossgegner. Die Welten haben jeweils ihr eigenes Thema und ihre eigene Musik, was ein wenig für Abwechslung sorgt. Im Gegensatz zu den Bossgegnern. Es gibt 5 normale Bossgegner und einen Endboss. Die normalen Bossgegner sind zwar an sich gut gemacht, jedoch ist es immer der gleiche Alien der einen angreift. Nur weil er eine andere Farbe und einen zusätzlichen Angriff hat, ist er nicht auch gleich anders zu spielen. Für den ersten Boss habe ich ein paar Versuche gebraucht, dann war es recht einfach, ihn zu besiegen. Die letzten vier normalen Bosse habe ich alle beim ersten Versuch geschafft, weil sie vom Gameplay halt genauso waren, wie der Erste. Der Endboss hingegen ist allerdings wirklich wieder sehr gelungen. Hier möchte ich allerdings nicht zu viel verraten.

Die einzelnen Level sind so eine Sache. Mit den Waffen, Items, Gegnervariationen und zerstörbaren und unzerstörbaren Objekten werden die Level häufig so gestaltet, dass es nur mit einer bestimmten Taktik oder Waffenaufnahmereihenfolge wirklich gut machbar ist. Falls man anders vorgeht kommt man vor allem in den späteren Leveln meistens nicht sehr weit. Und wie man vorgehen muss, wird von Level zu Level undurchsichtiger. Ob man das nun mag oder nicht ist wahrscheinlich Geschmackssache. Ich finde es nicht so gut, da es den Fokus vom Skill entfernt und man in den späteren Leveln manchmal wirklich das Gefühl hat, ein Rätsel lösen zu müssen. Später kommen dann (zum Glück nur in einer Hand voll Level) auch noch Sprungbretter dazu, die dem Spiel einen Touch von einem Jump‘n Run verleihen. Leider fühlt sich alles was mit den Sprungbrettern zu tun hat eher schlecht als recht an, da sie schlichtweg durch ihre hakelige Handhabung den gesamten Spielfluss zerstören. Zusammenfassend kann man sagen, dass die erste Hälfte noch sehr gut ist, jedoch die zweite Hälfte und vor allem das letzte Drittel etwas schwächeln.

Der Bonus-Modus

Bei dem Bonus-Modus handelt es sich im Grunde um einen Überlebensmodus. Man startet mit drei Extra-Leben und kämpft sich durch Wellen von Alien-Bällen. Man startet mit dem Doppelpiekser welcher eine modifizierte Version der Harpune ist. Doch auch hier findet man genug andere Waffen und Items. Bonuspunkte erhält man hier, indem man ab und zu kleine Glaskugeln beschützt auf denen ein Timer abläuft. Wenn man verhindern kann, dass die Glaskugel getroffen wird bis der Timer abgelaufen ist, erhält man eine satte Belohnung. Während man spielt steigt man im Speed-Lv auf, was die Geschwindigkeit der zahlreich erscheinenden Alien-Bälle erhöht. Wenn man getroffen wird verliert man ein Leben. Das ist allerdings nur halb so wild, da man alle 250.000 Punkte (Das ist weniger als es sich anhört) ein Leben zurück gibt. Die maximale Anzahl liegt jedoch bei drei Extra-Leben.

Der Punkte-Modus

Der Punkte-Modus wird nach dem erfolgreichen beenden des Tourmodus (ca. 4h) freigeschaltet und ist mein persönliches Highlight des Spiels. Hierbei handelt es sich sozusagen um die Arcade-Version vom Tourmodus. Im Prinzip ist er wie die Spiele auf den Arcade-Maschinen. Man startet im ersten Level mit drei Extra-Leben und wenn diese weg sind muss man wie beim Bonusmodus von vorne anfangen. Genau wie beim Bonus-Modus erhält man auch hier Leben zurück, allerdings erst nach 500.000 Punkten. Was mir sehr gut gefällt ist, dass das Zeitlimit fehlt. Außerdem kann man keinen Quickreset machen.

Der Multiplayer

Was wäre heutzutage ein Nintendo-Switch Spiel ohne Couch-Coop? (Dafür hasse ich Payday 2 noch immer) Beim Multiplayer verändert sich nur eine Sache: Man ist zu zweit. Sonst bleibt vom Prinzip her alles beim alten, und das ist großartig. Das einzige was anders ist, ist dass wenn ein Mitspieler getroffen wird, der Andere noch die Chance hat ihn wiederzubeleben. Vor allem der eher schwache Tourmodus profitiert sehr von dem durchaus gelungenen Multiplayer. Außerdem sieht man am Ende jeden Levels wer wie viele Punkte geholt hat, was jeden Streit darum, wer besser war, schlichten sollte. Zu beachten ist jedoch, dass es nur Couch-Coop und keinen Online Multiplayer gibt.

Fazit

Wer auf Shoot‘em Ups steht wird bei Pang Adventures definitiv auf seine Kosten kommen. Genau wie der Handelsübliche Rollenspieler wahrscheinlich nicht viel damit anfangen kann. Meinen persönlichen Horizont, hat das Spiel auf jeden Fall erweitert, sodass ich mich an dieser Stelle bei dem Entwickler DotEmu bedanken möchte, dass sie uns das Spiel zur Verfügung gestellt haben. Das Spiel hat viele gute Ansätze. Leider gibt es aber zu wenig Sachen die einen wirklich umhauen. Die Highlights sind der Punkte-Modus, der Multiplayer und die verhältnismäßig große Variation an Gegnern, Ausrüstungen und Goodies. Viel mehr Erwähnenswertes gibt es in dem Spiel allerdings nicht. Versteht mich nicht falsch, das Spiel ist durchaus gelungen, jedoch haut es einen eben nicht aus den Socken. Ausgerechnet der Tourmodus, welcher das einzige ist was man spielen muss um die anderen Modi freizuschalten, ist meiner Meinung nach der Schwachpunkt des Spiels. Dieser kann lediglich durch den wirklich guten Multiplayer gerettet werden.

Habt ihr schon Erfahrungen mit dem Spiel gehabt? Schreibts in die Kommentare!

Zusammenfassung
Das Spiel an sich ist gut. Über das Gameplay und die verschiedenen Modi wird viel Abwechslung geboten. Jedoch fehlen einfach die Highlights. Genre-Fans können bedenkenlos zugreifen. Also wirklich, tut es. Freunde von Couch-Coop sollten bei Pang Adventures auch auf ihre Kosten kommen. Allen anderen empfehle ich bei einem Sale oder ähnlichem nochmal zu gucken, denn das Spiel ist auf jeden Fall eine Überlegung wert.
Positives
  • Der Multiplayer
  • Viele Gegner-Variationen
  • Viele Ausrüstungsgegenstände
  • Die Steuerung
Negatives
  • Das letzte Drittel des Tourmodus
  • Wenig Variationen bei Bosskämpfen
  • Die Musik ist sehr eintönig
7.6
Fair
Spielspaß - 8
Grafik - 8
Sound - 6
Steuerung - 9
Handlung und Charaktere - 7
Tristan
Geschrieben von
Tristan

Redakteur NintenDojo

Ich bin 19 Jahre alt. Ich bin Nintendo-Fan seit ich denken kann, wobei ich meine Vorliebe für Videospiele inzwischen auch auf andere Plattformen ausgeweitet habe. Am liebsten Spiele ich Jump‘n‘Runs, Shooter, Roguelikes und Pokémon. Aber auch den Großteil der Nintendo-Hausprodukte spiele ich sehr gerne.

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